1. Station: Innenhof Schloss Schleiden

Ankommen

Ankommen aus meinem Alltag, hier im Schlosshof, bei der ersten Station des Meditationsweges.

Vielleicht ist es gut, wenn ich noch ein paar Schritte umhergehe, mich umschaue, bevor ich mich hinsetze. 

Die Bank lädt mich zum Verweilen ein. Ich nehme mir Zeit und spüre meinen Atemrhythmus, nehme wahr, wie sich meine Brust und mein Bauch heben und senken. Vielleicht schließe ich meine Augen. Ich lausche auf die Geräusche um mich herum, die Vögel, den Wind in den Bäumen, die Autos in der Ferne, die Stimmen… Ich rieche den Duft der Bäume, die Luft, die Blüten… Ich lasse den Atem kommen und gehen. 

Auf dem Weg hierhin sind mir Gedanken durch den Kopf gegangen. Vielleicht bin ich allmählich bereit, ihnen weniger Raum zu geben und ich bin angekommen, im Hier und Jetzt. 

Vor mir sehe ich eine Baumscheibe einer Douglasie.  Ich erkunde sie, betrachte sie, berühre sie, lasse meine Finger über die Jahresringe und die Risse gleiten. Wie bei einem Baum – Ring um Ring – legen sich die Erfahrungen der Jahre meines Lebens um mich. Jeder Ring ist ein Stück meiner LebensGeschichte. Jeder Ring zeugt von Lebenserfahrungen. Von Freude oder Leid. Von Kraft oder Schwäche. Von Glück oder Enttäuschung.

Ich bin einzigartig, wertvoll, etwas ganz Besonderes. 

Die Kugel auf der Stele ist rot, die erste Farbe im Regenbogen. Rot steht für die Liebe/Selbstliebe, für Selbstvertrauen, Lebenslust, Lebenssaft…

Liebe ich mich?  Liebe ich mein Leben? 

Der Meditationsweg führt aus dem Schlosshof heraus nach links und folgt der Wegmarkierung Nr. 28 Richtung Friedhof.

Als ich mich selbst zu lieben begann
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, was mich immer wieder herunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, 
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man "EHRLICHKEIT".

Wir brauchen uns nicht länger vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neuen Welten.
Heute weiß ich, das ist das Leben!

Ein Auszug aus den Gedanken Charlie Chaplins an seinem 70. Geburtstag, 16. April 1959