Station 5: Steinpuzzle im Sturmiuspark

Hindernisse als Chance

Ich komme bei der Station im Sturmius-Park an.
Die Kugel ist hellblau, die Farbe der tiefen Kommunikation, auch mit sich selbst.
Auf der Bank nehme ich Platz, ein wenig abseits vom etwaigen Trubel.

Dann lasse ich meinen Blick schweifen.
Auf der anderen Seite des Weges entdecke ich einen großen Felsen und ein Kiesbett mit Steinen.       

Manchmal...
… liegen auch mir Steine im Weg
… lasten Sorgen auf mir wie ein schwerer Fels
… liegt meine Welt in Scherben
… zerbricht der Boden unter mir

Ich kann..
… den Stein ins Rollen bringen
… über Felsen klettern
… aus Scherben etwas Neues bauen

Ich gehe zu dem Felsen. So dicht, dass ich ausschließlich den Felsen vor mir aufragen sehe. Ich betrachte ihn. Fasse ihn vielleicht sogar an. Er wirkt in dieser Nähe sehr groß. Massiv. Unüberwindbar. So erscheint es mir auch mit schwierigen Lebenssituationen. Ich sehe kaum etwas anderes als das Unüberwindbare. Fühle mich vielleicht ohnmächtig oder hilflos. 

Nun trete ich fünf Schritte zurück! Was verändert sich? Wird das Bedrohliche kleiner? Sehe ich mehr von dem Drumherum? Erschließt sich vielleicht ein anderer (neuer) Blick auf den Stein? Sehe ich vielleicht einen Weg daran vorbei? Sehe ich mehr Weite?

Kann mir der Perspektivenwechsel bei meinem eigenen Hindernis, meiner scheinbar ausweglosen Situation helfen?

Ein Haufen Steine hört in dem Augenblick auf,
ein Haufen Steine zu sein,
wo ein Mensch ihn betrachtet
und eine Kathedrale darin sieht.

Antoine de Saint- Exupéry

Ich gehe zu dem Kiesbett und lege aus den Steinen ein neues Motiv.

Der Meditationsweg führt von der Bank aus nach links und folgt der Beschilderung Nr. 28. Er überquert Brücke, Parkplatz und Straße und führt entlang der Kunstmeile bis zur Olefterrasse.

Die Palme mit der schweren Last

Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei, der sehr unglücklich war. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs. Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt. Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig, als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen. Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie zur kräftigsten Palme der Oase heran. Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie verkrüppelt die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum. Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme  der Oase zu ihm herunter und sagte:  „Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Seine Last hat mich stark gemacht!“

Afrikanisches Märchen