Station 2: Ehrenfriedhof

Krieg und Frieden - auch in meinem Leben?

Ein Friedhof.
Die Kugel ist orange. Orange, die Farbe der Wandlung.

Ich setze mich auf die Bank. 
Ich atme tief ein und aus. Es ist still hier, still und friedlich.
Um mich herum ist viel Natur. Viele Menschen haben die Gräber geschmückt.

In der Ferne rechts steht ein turmartiges Ehrenmal, links von meiner Bank die dunklen Kreuze der Kriegstoten des zweiten Weltkriegs – Erinnerung an dunkle Zeiten.

Wie gut, dass diese furchtbaren Kriegszeiten vorbei sind.
Wie gut, dass wir hier in Frieden leben können.
Aber verläuft mein Leben immer nur friedvoll?
Gibt es nicht auch Kriege in meinem Leben?
Mit wem oder was habe ich gerungen oder ringe ich?
Welche Verletzungen habe ich davon getragen? Welche Wunden schmerzen noch?
Wem kann ich vergeben? Womit möchte ich Frieden schließen?

Neben der Bank befindet sich eine Schale mit kleinen Steinen.
Ich nehme einen Stein.
Mit dem Stein in der Hand gehe ich an den Kriegsgräbern entlang und lasse sie auf mich wirken.
Vor einem der Kreuze bleibe ich stehen.
Ich lege den Stein am Fuße des Kreuzes ab. Mit dieser Geste würdige ich das Leiden, aber ich lege auch den Krieg ab und wende mich dem Frieden zu.

Der Meditationsweg führt die Treppe hinunter und folgt nach rechts hin der Beschreibung Nr. 28 über den Friedhof bis zum Park am Dieffenbach.

Spiegelbild 

Es gab einmal einen alten Tempel mit tausend Spiegeln. 
Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. 
Eines Tages verirrte sich ein Hund in diesen außergewöhnlichen Tempel. 
Als er durch den Eingang schritt, sah er tausend Hunde. 
Er bekam es mit der Angst zu tun, sträubte das Nackenfell, 
fletschte seine Zähne und fing an zu knurren. 
Plötzlich knurrten tausend Hunde zähnefletschend zurück. 
Der Hund zog sofort seinen Schwanz ein und rannte verängstigt aus dem Tempel. 
Er glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus bösen, knurrenden und bedrohlichen Hunden bestand. 

Einige Zeit später kam ein anderer Hund in den Tempel, 
und auch er sah die anderen Hunde in den Spiegeln. 
Aber er freute sich darüber, wedelte mit dem Schwanz 
und sprang fröhlich hin und her. Da freuten sich auch die anderen tausend Hunde, 
welche ebenfalls fröhlich mit ihrem Schwanz wedelten. 
Der Hund verließ den Tempel mit dem Bewusstsein, 
dass die Welt voll mit freundlichen und wohlgesinnten Hunden war. 

Indische Fabel